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Woher kommen die Gorillas in Zoos?

Fast alle Gorillas, die heute in Zoos leben, gehören zu den Westlichen Gorillas. Die meisten von ihnen sind bereits in Gefangenschaft zur Welt gekommen. 1976, als der Gorilla in den Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgenommen wurde, sah das noch anders aus: von 498 Gorillas in Gefangenschaft stammten 403 (81%) aus Afrika. Bis in die 70er-Jahre starben viele tausend Gorillas durch das Einfangen von Jungtieren für Zoos. Ende 1991 lebten 692 Tieren in Zoos, von denen 371 in Gefangenschaft geboren waren. Anfang 1998 wurden 760 Gorillas in 140 Zoos gehalten. 
Am 22.12.1956 kam in Columbus/Ohio, USA, der erste Gorilla in Gefangenschaft zur Welt. Das Baby wurde nicht von seiner Mutter aufgezogen, sondern von Menschen. In Zoos lehnen Gorillas nicht selten ihre Jungtiere völlig ab, lassen sie nicht trinken oder misshandeln sie. Dann werden die Kleinen mit der Flasche aufgezogen.

Quelle: Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e. V.

 

Wie werden Gorillas erforscht?

Der erste Forscher, der freilebende Gorillas ausgiebig untersuchte, war der Amerikaner George Schaller. Er beobachtete 458 Stunden lang Berggorillas in den Virunga-Vulkanen, indem er sich ihnen vorsichtig näherte, bis sie ihn akzeptierten. Dies war nur möglich, weil die Gorillas in diesem Gebiet kaum gejagt wurden; sobald sie den Menschen als Feind betrachten, sind sie nicht oder nur mit sehr viel Geduld direkt zu beobachten. 
Eine Freilandarbeit zum Verhalten von Gorillas muss sich über Jahre, ja sogar Jahrzehnte hinziehen. Dian Fossey leistete diese Arbeit bei den Berggorillas in Ruanda von 1967-1985. Durch ihre Veröffentlichungen und Filme wurden diese Menschenaffen schließlich einem breiten Publikum bekannt. In der von ihr gegründeten Forschungsstation Karisoke haben schon viele Wissenschaftler gearbeitet. 
Um die Tiere eindeutig zu identifizieren, legte Dian Fossey eine Kartei mit Nasenzeichnungen an. Die Form der Nase und ihre Falten sind ähnlich wie ein Fingerabdruck.

Quelle: Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e. V. 

 

Was ist ein Silberrücken?

Das auffälligste Merkmal erwachsener Gorillamänner ist neben ihrer Größe der so genannte Silberrücken. Kurze weiße Haare bedecken den Rücken und die silberweiße Farbe zieht sich bei westlichen Gorillas bis über die Beine hinunter. Während die Rückenhaare kürzer sind als die an den meisten Körperstellen, werden bei Männern die Armhaare besonders lang. Dieser Silberrücken entwickelt sich, sobald die Männer voll ausgewachsen sind. Er ist kein Zeichen für besonders hohes Alter.

Quelle: Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e. V. 


 

Benutzen Gorillas Werkzeuge?

Anders als Schimpansen benutzen freilebende Gorillas nach bisherigen Erkenntnissen keine Werkzeuge. Da ihre Nahrungspflanzen im Überfluss wachsen, gibt es dafür auch keinen Anlass. Dennoch sind sie durchaus in der Lage, Werkzeuge herzustellen. So wurde in einem Zoo beobachtet, dass ein junger Gorillamann einen Stein zerbrach und mit dem scharfen Rand Rinde von einem Ast abschabte, um sie zu fressen. 
Im Gegensatz zu den anderen Menschenaffen, die häufig mit dem Mund arbeiten, benutzen Gorillas zur Bearbeitung von Gegenständen ausschließlich ihre Hände. Feinere Handgriffe führen sie entweder mit dem Zeigefinger oder mit Zeigefinger und Daumen durch; dabei stellen sie den Daumen dem Zeigefinger gegenüber und gebrauchen ihre Hände auch sonst fast genauso wie Menschen.

Quelle: Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e. V. 

 

Können Gorillas sprechen lernen?

Menschenaffen können keine Sprache im menschlichen Sinn erlernen, daher haben einige Forscher versucht, ihnen Gebärdensprache beizubringen. Der erste Gorilla, der ein Sprachtraining erhielt, war Koko. Sie wurde 1971 im Zoo von San Francisco geboren und kam im Alter von einem halben Jahr zu Francine Patterson, die ihr Taubstummensprache beizubringen begann. In der 2. Woche benutzte Koko die Zeichen "Essen" und "Trinken". Nach 10 Jahren beherrschte sie 500 Zeichen; etwa 1000 Zeichen hatte sie mindestens einmal korrekt angewandt. Sie erlernte die Zeichensprache durch Nachahmung und indem ihre Hände von der Lehrerin in die richtige Stellung gebracht wurden. 
Francine Patterson gibt zu, dass die Dialoge mit Koko für einen Außenstehenden völlig unsinnig aussehen und die Antworten des Gorillas zunächst interpretiert werden müssen. Über diese Interpretationen gehen die Meinungen der Experten allerdings sehr auseinander. Frau Patterson meint, dass Kokos Intelligenz 85-95 Punkte beträgt, also an der unteren Grenze normaler menschlicher Intelligenz liegt - andere Wissenschaftler bezweifeln diese Ansicht allerdings stark.

Quelle: Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e. V. 

 

Wie klug sind Gorillas?

Von allen Primaten besitzt der Mensch mit durchschnittlich 1250 g bei weitem das schwerste Gehirn; an 2. Stelle steht mit rund 500 g der Gorilla. Die Gehirngröße allein gibt aber keinen zuverlässigen Hinweis auf die geistigen Fähigkeiten der Tiere. Wenn man das Verhältnis von Gehirn- und Körpergewicht betrachtet, rangiert der Gorilla an letzter Stelle bei den Menschenaffen und Menschen. 
Im Vergleich zu Schimpansen sind Gorillas ruhig, zurückhaltend und duldsam, weniger anpassungsfähig und neugierig und zeigen weniger Drang zur Nachahmung. Die beiden Menschenaffen haben völlig verschiedene Charaktere - daher kann man auch ihre Intelligenz nicht so einfach vergleichen. 
Ob Gorillas sich ihrer eigenen Identität bewusst sind, ist umstritten. Bereits mehrfach präsentierten Wissenschaftler den Tieren einen Spiegel und beobachteten ihre Reaktion. Die Ergebnisse waren widersprüchlich; bei manchen Experimenten sollen sich die Tiere selbst erkannt haben, bei anderen wird dies bestritten. 
Verhaltensforscher untersuchen die geistigen Leistungen von Tieren eher an ihren natürlichen Verhaltensweisen. Jede Menschenaffenart hat eine spezielle Intelligenz, die sich in Anpassung an ihre Umwelt entwickelte.

Quelle: Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e. V. 

 

Wie stark sind Gorillas?


Bisher wurde nicht genau untersucht, wie stark Gorillas im Vergleich zu Menschen sind; Vergleiche lassen sich nur schwer herstellen. So wird manchmal behauptet, ein Silberrückenmann sei 27-mal so stark wie ein Menschenmann, andere sagen, er sei 10-mal so stark. Beweisen können sie es aber nicht. Vermutlich sieht ein Gorillamann weit kräftiger aus als er tatsächlich ist, denn er hat nicht sehr viel mehr Muskelmasse als ein Mensch. 
Dennoch lassen sich Gorillas sehr schwer bändigen, wenn sie aggressiv oder in Panik sind. Selbst einen 4-jährigen Gorilla, der noch längst nicht ausgewachsen ist, kann ein einzelner Mensch kaum halten.

Quelle: Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e. V. 

 
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