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   Familienleben der Berggorillas

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Berggorillas leben in Familienverbänden, die normalerweise aus einem adulten Männchen (bei entsprechender Färbung spricht man von Silberrücken), mehreren Weibchen und deren Kindern besteht. Sobald die Jungtiere die Geschlechtsreife erreicht haben, verlassen Sie meist Ihren Familienverband. Die Weibchen suchen sich eine andere Gorilla-Gruppe, die jungen Männchen werden hingegen meist zu Einzelgängern. Sie versuchen dann Ihre eigene Gruppe aufzubauen. Der Prozess der Ablösung von der Gruppe zieht sich bei den Männchen über einen längeren Zeitraum hin. Sie ziehen sich im Laufe des Heranwachsens mehr und mehr an den Rand des Familienverbandes zurück bis sie schließlich eines Tages Ihrer Familie ganz den (silbernen) Rücken zukehren.

Die heranwachsenden Weibchen hingegen verlassen ihren Familienverband nur dann, wenn sie einem anderen Männchen beim Herumziehen im Wald begegnen. Die Reviere der einzelnen Familienverbände überschneiden sich häufig  mit denen der einzelgängerischen Männchen (Silberrücken). Bei Ihren Rundreisen durch ihr Revier suchen die Männchen sogar ganz gezielt den Kontakt zu anderen Verbänden, um ihren eigenen Harem zu vergrößern. Die erfahrenen Silberrücken mit einem großen Gefolge an Weibchen mit ihren Jungtieren meiden wenn möglich das Zusammentreffen mit anderen erwachsenen Männchen, da sie dann natürlich eines oder mehrere ihrer Weibchen an den Widersacher verlieren könnten. Sobald die Silberrücken, die sich schon erfolgreich einen eigenen Familienverband aufgebaut haben, einen Widersacher bemerken, werden diese durch Imponieren - von Zähne fletschen bis hin zum berühmten Trommeln auf der Brust - vertrieben. 

Während einer Uganda Reise zu den Berggorillas hat man manchmal das Gefühl, daß die Gorillas sich schon sehr an die Menschen gewöhnt haben, die sie täglich besuchen kommen. Die Babies tollen manchmal so dicht vor der Nase der Gorilla-Trekking-Touristen rum, daß man den Mindestabstand von 7 m gar nicht einhalten kann. Es kam sogar schon vor, daß ein übermütiges Berggorilla-Junges über einen Touristen, der vor ihm hockte, einen Bocksprung gemacht hat...



 


   Rangordnung bei den Berggorillas

Gorillas-1-245In einem Berggorilla-Familienverband gibt es eine feste Rangordnung. Der die Gruppe anführende Silberrücken hat dabei den höchsten Rang, adulte Weibchen stehen vom Rang her an zweiter Stelle, danach kommen die Jungtiere. Innerhalb dieser Ranggruppen gibt es natürlich auch noch Abstufungen bei der Rangordnung. Bei den Weibchen richtet sich der jeweilige Rang z.B. danach, wie lang sie schon mit dem anführenden Silberrücken liiert sind.

Bei den heranwachsenden Berggorillas sind die älteren Tiere meist die ranghöheren. Aber nicht allein die Stärke oder das alter bestimmen den Rang bei den männlichen Jungtieren. Besondere Fähigkeiten sind dabei ebenso mitentscheidenen. Wenn ein junges Männchen z.B. genau weiß, wo die besten Futterplätze sind, hat er sich den Respekt (und damit den Rang) seiner Artgenossen verdient.

Heutzutage ist es für die Berggorillas auch sehr wichtig, zu wissen wie man mit den neugierigen Touristen umgeht, die jeden Tag mit komisch klickenden Kamerageräuschen ihnen auf den Pelz rücken. Der Grad der Coolness im Umgang mit Gorilla-Trekking-Touristen scheint bei der Rangordnung auch eine Rolle zu spielen.  

Eine Fähigkeit, die zumindest bei den Berggorillas in der DR Kongo von hoher Bedeutung bei der Vergabe der Rangordnung ist, ist das Geschick die Schlingen von Wilderern von den Händen oder Füßen der Gruppenmitglieder zu entfernen. Das gelingt eher den erfahrenen, älteren Gorilla-Männchen. Jüngere unerfahrene Männchen machen dabei meist noch keien so gute Figur. Ein solches Jungtier hat dann eher weniger Chancen sich mit einner eigenen Gruppe selbständig zu machen - sobald die Weibchen merken, daß das Männchen noch unerfahren ist, suchen Sie sich einen anderen Gruppenführer.